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In diesem Bereich finden Sie Artikel aus der Stadtteilzeitung "Dat Blättche", die es mangels Platz in die gedruckte Ausgabe nur gekürzt geschafft haben. Viel Spaß beim ausführlichen Schmökern.


Interview Festausschuss Auerberg (Leitartikel)

Redaktion: Zum dritten Mal veranstaltete der Festausschuss Auerberg die Traditionsveranstaltung “Tanz in den Mai”. Und schon wieder bei herrlichem Sonnenschein. Sind Sie mit dem Besuch und mit den Umsätzen zufrieden?

Ja, insgesamt sind wir mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Das Wetter hat wieder wunderbar mitgespielt, was bei einer Open-Air-Veranstaltung natürlich immer ein großer Vorteil ist. Der Platz war gut besucht, die Stimmung war sehr positiv und man hat gemerkt, dass die Menschen Lust hatten, gemeinsam in den Mai zu feiern. Für uns als Festausschuss ist es besonders schön zu sehen, wenn die Besucherinnen und Besucher mit einem Lächeln auf dem Platz stehen, miteinander ins Gespräch kommen und einfach eine gute Zeit haben. Auch wirtschaftlich war die Veranstaltung in Ordnung. Man muss aber ganz klar sagen, dass sich die Rahmenbedingungen im Vergleich zu früher deutlich verändert haben. Die Kosten sind in vielen Bereichen gestiegen, gleichzeitig ist der organisatorische Aufwand größer geworden. Trotzdem konnten wir ein ordentliches Ergebnis erzielen. Für uns steht aber nicht nur der Umsatz im Vordergrund, sondern vor allem, dass diese Tradition weiterlebt und der Stadtteil zusammenkommt.

Redaktion: Gab es besondere Programmpunkte oder Momente, die Ihnen in diesem Jahr besonders positiv in Erinnerung geblieben sind?

Ein echtes Highlight war in diesem Jahr der Auftritt von Pimock. Die Band kam beim Publikum sehr gut an und hat für richtig gute Stimmung gesorgt. Man hat gemerkt, dass die Musik die Leute erreicht hat und dass auf dem Platz eine schöne, lebendige Atmosphäre entstanden ist. Deshalb würden wir uns auch sehr freuen, wenn es vielleicht im nächsten Jahr wieder mit Pimock klappen würde. Ein weiterer besonderer Moment ist für mich jedes Jahr der Maibaum. Wenn der Maibaum steht, ist das immer ein starkes Zeichen für Tradition, Zusammenhalt und Gemeinschaft im Stadtteil. Gerade solche Momente zeigen uns, warum sich die viele Arbeit lohnt.

Redaktion: Um ein solches Fest durchführen zu können, benötigt man viele Genehmigungen und man geht sicherlich auch in finanzielle Vorleistung, oder?

Ja, das ist richtig. So ein Fest entsteht nicht einfach von allein. Im Vorfeld müssen viele Dinge organisiert und abgestimmt werden. Dazu gehören Genehmigungen, Sicherheitsfragen, Technik, Infrastruktur, Programmplanung und natürlich viele Absprachen mit Behörden, Vereinen und Helfern. Inzwischen haben wir zwar eine gewisse Routine, aber der Aufwand bleibt trotzdem groß. Ein besonders wichtiger Punkt ist die finanzielle Vorleistung. Dabei ist es aktuell nicht so, dass der Festausschuss selbst vollständig in Vorleistung gehen kann. Der Festausschuss befindet sich noch im Aufbau und hat noch nicht genügend eigene Mittel erwirtschaftet, um ein Fest dieser Größe komplett selbstständig vorzufinanzieren. Deshalb gehen wir als Privatpersonen in Vorkasse und tragen damit auch persönlich ein finanzielles Risiko. Das ist uns auch wichtig zu betonen, weil leider immer wieder behauptet wird, wir würden uns mit diesem Fest “die Taschen voll machen”. Das Gegenteil ist der Fall: Bevor überhaupt Einnahmen entstehen, müssen wir zunächst privat Geld vorstrecken und Verantwortung übernehmen. Viele Kosten entstehen bereits, bevor der erste Gast auf dem Platz steht zum Beispiel für Musik, Technik, Material und Genehmigungen Gerade bei einer Open-Air-Veranstaltung hängt am Ende viel vom Wetter und vom tatsächlichen Besucheraufkommen ab. Wenn das Wetter nicht mitspielt oder weniger Gäste kommen, bleibt dieses Risiko zunächst bei uns als Privatpersonen hängen. Uns geht es nicht darum, uns persönlich zu bereichern, sondern darum, eine Tradition für Auerberg zu erhalten und ein Fest für den Stadtteil möglich zu machen. Natürlich ist es unser Ziel, dass der Festausschuss künftig genug eigene Rücklagen aufbauen kann, um solche Veranstaltungen eigenständiger und mit weniger privatem Risiko finanzieren zu können. Bis dahin braucht es aber Zeit, Verlässlichkeit und Unterstützung.

Redaktion: In der Vergangenheit hatte die Männerreih Auerberg e.V. den Tanz in den Mai organisiert und durchgeführt und bei gutem Wetter auch gute Gewinne gemacht. Woran liegt es, dass solche Gewinne nun nicht mehr realisiert werden?

Man muss dabei fairerweise sagen, dass die Situation heute eine andere ist als früher. Früher konnte vieles noch stärker über ehrenamtliche Strukturen aufgefangen werden. Heute sind die Anforderungen an eine solche Veranstaltung deutlich höher. Es gibt mehr Auflagen, höhere Kosten und auch einen anderen Anspruch an Programm, Technik, Sicherheit und Organisation. Dazu kommt, dass inzwischen vieles teurer geworden ist. Personal, Musik, Technik, Material und die gesamte Infrastruktur kosten heute deutlich mehr. Wir haben zum Beispiel auch ein größeres beziehungsweise attraktives Programm mit zusätzlichen musikalischen Beiträgen. Das ist schön für die Besucherinnen und Besucher, bedeutet aber natürlich auch höhere Ausgaben. Das heißt nicht, dass keine Gewinne mehr erzielt werden. Aber die Gewinne von früher lassen sich unter den heutigen Bedingungen nicht mehr eins zu eins vergleichen. Für uns ist wichtig, dass das Fest wirtschaftlich vernünftig bleibt, aber gleichzeitig auch seinen Charakter behält. Es geht nicht nur darum, möglichst viel Gewinn zu machen, sondern darum, eine Tradition für Auerberg zu erhalten. Hinzu kommt, dass von außen manchmal ein falscher Eindruck entsteht. Wenn ein Fest gut besucht ist, denken manche automatisch, dass am Ende sehr viel Geld übrig bleibt. Dabei sieht man als Besucher oft nicht, welche Kosten im Hintergrund bereits vorher entstanden sind. Musik, Technik, Genehmigungen, Material, Infrastruktur und viele weitere Punkte müssen bezahlt werden. Deshalb ist es uns wichtig, transparent zu sagen: Wir machen uns mit diesem Fest nicht die Taschen voll. Im Gegenteil wir gehen privat in Vorleistung, weil der Festausschuss noch nicht über ausreichende eigene Mittel verfügt.

Redaktion: Der Festausschuss Auerberg kann ein solches Fest natürlich nicht alleine auf die Beine stellen. Wer hilft Ihnen und bei welchen Aufgaben?

Das stimmt, ein Fest in dieser Größe kann man nicht alleine stemmen. Der Festausschuss besteht nicht nur aus Jens und mir, sondern aus mehreren Personen. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen, dass die Hauptarbeit und ein großer Teil der Verantwortung aktuell vor allem bei uns liegt. Das betrifft besonders die Planung, die Abstimmungen, die Genehmigungen, die Koordination und viele Aufgaben im Hintergrund, die man als Besucher oft gar nicht sieht. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch die Vereine, Gruppen und Einrichtungen aus Auerberg und der Umgebung. Genannt werden müssen hier unter anderem der Junggesellenverein Rheinlust, der uns beim Maibaumholen unterstützt, die Schulen und Kindergärten aus Auerberg, die sich am Programm beteiligen, die Auerberger Sterne, die neben ihrem Auftritt auch während des Festes mit kleinen Aufräumarbeiten geholfen haben, die Siedlergemeinschaft Auerberg mit Kaffee und Kuchen, der Ortsausschuss Auerberg beim Auf- und Abbau, die Schützen, die zur späteren Stunde einen Bierwagen übernommen haben, der TV Rheindorf mit einer Bastel- Ecke sowie die Kirche, die uns das Pfarrheim kostenlos zur Verfügung stellt. Diese Unterstützung ist sehr wertvoll, weil jeder seinen Teil beiträgt. Manche helfen beim Programm, andere unterstützen mit Auftritten, Kinderangeboten, praktischer Hilfe oder durch ihre Präsenz auf dem Fest. Genau dadurch entsteht am Ende dieses Gemeinschaftsgefühl. Der Tanz in den Mai ist keine Veranstaltung von Einzelpersonen, sondern lebt davon, dass viele Menschen und Vereine gemeinsam etwas für den Stadtteil möglich machen.

Redaktion: Ohne die Unterstützung aus Graurheindorf würde dieses Fest also nicht organisiert werden können. Woran liegt es, dass Sie aus Auerberg keine Unterstützung erfahren?

So pauschal würden wir das nicht sagen. Es stimmt nicht, dass wir aus Auerberg keine Unterstützung bekommen. Im Gegenteil: Verschiedene Gruppen, Vereine und Einrichtungen aus Auerberg bringen sich ein und tragen dazu bei, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Dazu gehören unter anderem die Auerberger Sterne, der Ortsausschuss Auerberg, die Schulen und Kindergärten aus Auerberg, die Siedlergemeinschaft Auerberg, die Schützen, der TV Rheindorf, die Kirche und weitere Menschen aus dem Stadtteil, die sich auf unterschiedliche Weise beteiligen. Richtig ist aber auch: Die dauerhafte organisatorische Hauptlast liegt im Moment auf wenigen Schultern. Viele Aufgaben passieren lange vor dem eigentlichen Fest oder danach. Dazu gehören Planung, Genehmigungen, Gespräche, Bestellungen, Aufbau, Abbau, Abrechnung und Nachbereitung. Gerade in diesen Bereichen wäre zusätzliche Unterstützung natürlich sehr hilfreich. Die Unterstützung aus Graurheindorf ist für uns ebenfalls sehr wertvoll. Der Junggesellenverein Rheinlust und weitere Helfer aus Graurheindorf zeigen, dass Zusammenarbeit auch über Stadtteilgrenzen hinweg funktioniert. Das ist für uns ein schönes Zeichen von Vereinsgemeinschaft.

Redaktion: Gab es in diesem Jahr auch Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie Sie es sich gewünscht hätten?

Ja, natürlich gibt es bei jeder Veranstaltung Punkte, die nicht optimal laufen oder die einen auch persönlich treffen. In diesem Jahr wurden uns über Nacht Kabel geklaut beziehungsweise beschädigt. Unter anderem wurde am Bierwagen ein Stück Kabel abgezwickt, sodass wir am nächsten Morgen die Polizei alarmieren und Anzeige gegen Unbekannt erstatten mussten. Das sind Kostenpunkte, die weh tun, weil beschädigtes Material repariert beziehungsweise ersetzt werden muss. Das hat uns auch emotional getroffen, weil es sich für uns wie ein Angriff auf das Fest angefühlt hat. Gerade wenn man viel Herzblut, Freizeit und Verantwortung in eine Veranstaltung steckt, ist es schade, wenn Dinge mutwillig zerstört oder gestohlen werden. Trotzdem lassen wir uns davon nicht entmutigen. Am Ende überwiegen die positiven Eindrücke: die vielen Besucher, die gute Stimmung, die strahlenden Gesichter und das Gefühl, etwas für den Stadtteil auf die Beine gestellt zu haben. Solche Momente geben einem die Kraft, weiterzumachen.

Redaktion: Was motiviert Sie persönlich, so viel Zeit und Arbeit in den Festausschuss und den Tanz in den Mai zu investieren?

Die größte Motivation sind tatsächlich die Menschen. Wenn man sieht, dass Besucherinnen und Besucher Freude haben, dass Kinder, Familien, Vereine und Nachbarn zusammenkommen und der Platz lebt, dann weiß man, wofür man das macht. Diese strahlenden Gesichter sind am Ende mehr wert als vieles andere. Außerdem ist es uns wichtig, Traditionen wie den Tanz in den Mai am Leben zu halten. Solche Veranstaltungen gehören zum Stadtteil dazu. Wenn sich niemand kümmert, verschwinden solche Traditionen irgendwann. Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass das nicht passiert. Dazu kommt, dass wir mit unserer Erfahrung auch andere Vereine unterstützen können. Ehrenamt lebt davon, dass man sich gegenseitig hilft. Genau das versuchen wir im Festausschuss umzusetzen.

Redaktion: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Tanz in den Mai in Auerberg?

Wir wünschen uns vor allem, dass die Veranstaltung weiter bestehen bleibt und auch in den kommenden Jahren mit Freude angenommen wird. Schön wäre es, wenn sich noch mehr Menschen finden, die nicht nur am Veranstaltungstag dabei sind, sondern auch bei der Vorbereitung und Nachbereitung unterstützen. Unser Ziel ist es, die Tradition fortzuführen, das Fest weiterzuentwickeln und dabei den Charakter zu bewahren. Es soll ein Fest für den Stadtteil bleiben, bei dem sich die Menschen begegnen, gemeinsam feiern und sich mit Auerberg verbunden fühlen. Und natürlich hoffen wir auch im nächsten Jahr wieder auf gutes Wetter. Das kann man nicht planen, aber es hilft natürlich sehr.

Redaktion: Was sollte am Ende als wichtigste Botschaft bei den Leserinnen und Lesern ankommen?

Die wichtigste Botschaft ist: Der Tanz in den Mai lebt weiter, weil Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas für den Stadtteil zu tun. Es steckt viel Arbeit dahinter, aber es lohnt sich, wenn man sieht, wie gut das Fest angenommen wird. Wir möchten zeigen, dass Brauchtum, Ehrenamt und Gemeinschaft auch heute noch wichtig sind. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass noch mehr Menschen erkennen, dass solche Veranstaltungen nur funktionieren, wenn viele mit anpacken. Jeder Beitrag hilft egal ob groß oder klein.

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Auerberger Müllpiraten wollen Auerberg sauberer machen

Ein sauberer Stadtteil und Mitmenschen dafür sensibilisieren, wie schön Straßen, Plätze und Grünanlagen ohne herumliegenden Müll aussehen, das ist das Ziel der "Auerberger Müllpiraten". Wir sammeln seit April 2026 am 1. und 3. Montag im Monat (ab 10.30 Uhr, Treffpunkt Quartiersmanagement Stockholmer Str.; Dauer 1,5 bis 2 Stunden) auf unterschiedlichen Touren den Müll am Straßenrand, in den Grünanlagen auf den Straßenbahngleisen, von A wie Abfallbeutel bis Z wie Zigarettenkippen. Besonders die extrem vielen Zigarettenkippen sind umweltschädlich, weil sie das Grundwasser vergiften. Meist sind es aber Verpackungen jeglicher Art, die Passanten und Mitbürger achtlos wegwerfen, anstatt sie in den vielen, wenig genutzten Mülleimern zu entsorgen.

Bisher sind wir leider erst zu viert, hoffen aber, dass weitere "Müllpiraten" dazustoßen. Wer zu einer anderen Zeit bereit ist, Müll zu sammeln, kann sich auch gerne bei uns melden; wir unterstützen dann. Ausrüstung (Müllzangen und Handschuhe) sind im Quartiersmanagement verfügbar. Interessenten melden sich bitte über auerberger-muellpiraten@web.de. Wir freuen uns über jede Verstärkung, es muss auch nicht jeder Termin wahrgenommen werden.

Darüber hinaus ist im OA Auerberg ein Projekt "Sauberes Auerberg" geplant, bei dem neben dem regelmäßigen Müllsammeln der "Müllpiraten", Aktionen mit Schulen und KiTas geplant sind, sowie Öffentlichkeitsarbeit zum Thema erfolgen soll. Wer sich hier einbringen möchte oder die "Müllpiraten" organisatorisch unterstützen möchte (Erstellen interaktiver Karte für Müllsammelzonen, Statistik, Internet-Inhalte, organisatorische Unterstützung etc.), melde sich bitte bei uns oder beim Ortsausschuss.

Demnächst werden wir auch auf der Website des OA Auerberg unter "Projekte aktuell" informieren.

Marina Asselhofen und Michael Hacker

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Menschen in Auerberg – Aus China nach Bonn

Auerberg ist multikulturell. Insbesondere sind auch viele Gewerbetreibende und Ladeninhaber nicht in Deutschland geboren. Die Inhaberin des neuen DHL-Shops in der Kölnstr. 482 Frau Zhang und ihr Mann stammen aus China. Frau Zhan kam aus dem Norden der Volksrepublik China als Au-pair nach Frankfurt und machte vor ihrem (später abgebrochenen) Studium ab 2008 in Bonn einen Deutschkurs. Hier lernte sie ihren Mann kennen, zusammen haben sie zwei Söhne.

Ihr erster Ausflug in die Selbständigkeit ging in die Gastronomie. In Duisdorf betrieben sie ein chinesisches Restaurant, das sie aber wegen der familienunfreundlichen Arbeitszeiten nach der Geburt des zweiten Kindes verkauften. 2019 übernahmen sie das Bürobedarfsgeschäft von H. Leipertz, damals noch mit dem Hermes-Paketshop.

Der Laden ist ein echter Familienbetrieb: Neben der Inhaberin und ihrem Mann Yu sind auch die Kinder altersgemäß schon eingebunden. Wohnhaft sind sie in Alfter. In Auerberg fühlen sie sich aber geschäftlich wohl, auch wenn die Kaufzurückhaltung auch bei ihnen im Laden feststellbar sei; die Einkaufspreise seien auch deutlich gestiegen. Auf Fremdenfeindlichkeit sind sie bisher nicht gestoßen, wie Zhang Ting (im Chinesischen wird der Nachname den Vornamen vorgestellt) auf Nachfrage bestätigt. Der Wechsel von Hermes zu DHL habe zur Erhöhung der Laufkundschaft geführt. Während des Interviews wurden neben DHL-Dienstleistungen vor allem Tabakwaren, Zeitschriften und Lottoscheine verlangt.

Michael Hacker

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Mühlenstumpf: Renovierung abgeschlossen!

Als die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann den Pfadfindergruppen den historischen „Mühlenstumpf“ an der Grenze zwischen Graurheindorf und Auerberg vor dreizehn Jahren mit den Worten „Da steckt noch viel Arbeit drin“ übergab, ahnte wohl keiner, dass es tatsächlich bis 2021 dauern sollte, ehe die Renovierungsarbeiten abgeschlossen werden konnten. Die Gründe für diesen langen Zeitraum lagen primär in der versorgungstechnischen „Insellage“ des Mühlenstumpfes hinsichtlich Strom und Trinkwasser und in der Inexistenz eines Abwasserkanales begründet. Der untere Teil des Gebäudes befindet sich zudem überwiegend unterhalb des Erdreiches. Ehe die Drainage 2019 umgesetzt werden konnte, herrschten im Innern ganzjährig über 90% Luftfeuchtigkeit – mit entsprechenden Folgen für alle darin befindlichen Gegenstände. Auch steht das Gebäude unter Denkmalschutz und befindet sich im Landschaftsschutzgebiet, was bei jeder Baumaßnahme entsprechende Genehmigungen und Abstimmungen erforderlich machte.

Für den Standort an der Adresse „An der Rheindorfer Burg 9“ ist bereits seit 1620 eine Windmühle nachgewiesen, seinerzeit als „Deutsche Bockwindmühle“, bei der das gesamte Mühlhaus im Wind drehbar und nur der hölzerne Bock fest verankert war. 1831 folgte auf diese Bockwindmühle eine „Holländische Turmwindmühle“ mit steinernem Unterbau, dem heutigen Mühlenstumpf, und feststehendem Turm. Hier war nur noch der Kopf mit den Flügeln drehbar. 1890 legte der Müller Johann Juchem die Windmühle still, 1899 war sie im Besitz der Stadt Bonn und wurde 1900 bis auf ihren Stumpf abgerissen. Der Stumpf der Windmühle erlebte nach dem Abriss der Mühle wechselvolle Nutzungen, mal als Eiskeller, Magazin, Werkstatt, mal als Stall. In den 1930er Jahren führte eine steinerne Treppe auf eine Aussichtsplattform mit weitem Blick über das Rheintal. Später wucherten Dornen und Büsche über die vom Verfall bedrohte Anlage. 1983 wies der Ortsausschuss Auerberg auf die Denkmalwürdigkeit des Stumpfes hin. Diesem Vorschlag folgte die Stadt Bonn zwar 1984 mit dem Eintrag in die Denkmalliste, aber an dem vernachlässigten Zustand änderte sich zwei Jahrzehnte lang nichts.

2002 waren die Pfadfinder des Deutschen Pfadfinderbundes auf den zugemauerten und den Sprayern überlassenen Mühlenstumpf aufmerksam geworden und bemühten sich um das Objekt mit dem Ziel, es für ihre Jugendgruppenarbeit herzurichten. Doch es dauerte bis 2007, ehe über einen Bürgerantrag (denn die Verwaltung hatte gegen das Projekt Bedenken) eine entsprechende Anregung an die Oberbürgermeistin erging und ein weiteres Jahr, ehe die Übergabe beurkundet werden konnte.

Doch direkt beim ersten Bauabschnitt, der Zwischendecke und dem Dach, erwies sich, dass die alte Konstruktion entgegen vorheriger sachkundiger Einschätzung leider nicht ausreichend tragfähig war. Die erheblichen Mehrkosten sprengten das hierfür vorgesehene Budget bei weitem. Eigentlich hatte man die im Herbst 2008 erfolgenden Kanalarbeiten an der früheren Königin-Juliana-Schule (heute: Haus am Müllestumpe) in gegenseitiger Absprache dazu nutzen wollen, um über dieselben Kanäle ohne großen Mehraufwand die Anschlüsse an Wasser- und Stromversorgung auch des Mühlenstumpfes selbst vorzunehmen. Doch das Zeitfenster (und somit auch die Kanäle!) waren leider geschlossen, ehe die finanziellen Probleme geklärt waren. Da schlug dann die versorgungstechnische „Insellage“ des Mühlenstumpfes als langfristiges Problem ein. Wirtschaftlich hätten die Anschlüsse für Ver- und Entsorgung nur über die sowieso geöffneten Kanäle der früheren Königin-Juliana-Schule hergestellt werden können. Über öffentlichen Grund lagen hingegen beispielsweise über 200m zwischen dem Mühlenstumpf und dem nächstgelegenen Abwasserkanal. In der Straße besteht aber Kanalanschlusszwang, so dass eine Hauskläranlage keine Option war.

Doch die Nachbarn konnten sich mit dem Gedanken, dass ihr Garten von den Pfadfindern aufgebaggert wird, um auf kurzem Wege zum städtischen Abwasserkanal und an Trinkwasser zu gelangen, nicht spontan begeistern. Erst im Laufe des Jahres 2020 konnte hier eine Lösung erzielt werden und im September 2021 konnten die letzten beiden Bauabschnitte, bestehend aus Sanitärinstallation und klimatischer Abdichtung durch Einsetzen einer Fensterfront hinter dem sichtbaren Holztor, abgeschlossen werden. Seither ist der Mühlenstumpf uneingeschränkt für die Jugendgruppenarbeit nutzbar. Weit über 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden von den Pfadfindern, Freunden (auch aus dem Ortsausschuss Auerberg) und Bürgern ehrenamtlich ab 2008 erbracht – herzlichen Dank hierfür!

Der Förderverein dankt zudem der NRW-Stiftung, der Stadt Bonn und allen privaten Spendern für die gewährte finanzielle Förderung, Rechtsanwalt Lars Kitzmann von der Kanzlei Busse&Miessen für die Erarbeitung der Anschlusslösung sowie Herrn Michael Müller von der SWB und den beteiligten Damen und Herren der städtischen Verwaltung für ihre sagenhafte Geduld. Die feierliche Einweihung ist für 2022 geplant.

Almut Heimbach

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Klavierkabarett zu Beethovens 22 Bonner Jahren

Zum 251. Geburtstag Beethovens, dem 16. Dezember 2021, gastiert Dr. Stephan Eisel mit seinem Klavierkabarett "Unser Ludwig lächelt" im Ökomenischen Seniorenkreis Klupp `91.

In seinem Programm geht es um die 22 Bonner Beethoven-Jahre und den Nachweis, dass Beethoven als Rheinländer viel Humor hatte. Der Vorsitzende der "Bürger für Beethoven" und ehemaliger Bonner Bundestagsabgeordnete beschreibt dabei mit virtuosen Fingerübungen auf 88 Tasten zwischen Swing und Rock unbekannte Seiten des berühmtesten Sohns unserer Stadt. Dabei geht es unter anderem um Beethovens Bonner Liebschaften, die von ihm eingeführte musikalische Wendung der "rheinischen Täuschung" und das in Bonn vertonte Lied "Prüfung des Küssens".

Stephan Eisel gegenüber "Dat Blättche": "Ich freue mich auf das Konzert in Auerberg, und Beethoven hätte es sicher gefallen, dass wir aus der Corona-Not eine Tugend gemacht haben und das Jubiläumsjahr zu seinem Geburtstag einfach verlängert haben - typisch Bönnsch eben."

Die Veranstaltung im Ev. Gemeindeforum Auerberg (Helsinkistr. 4) beginnt um 16:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Spende für die Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers (Hochwasserhilfe) wird erbeten.

Joachim Rott

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Verschönerungsprojekte für Auerberg schreiten (langsam) voran

Im Jahre 2018 beschloss der Bonner Stadtrat das "Integrierte Entwicklungskonzept" für den Stadtteil Auerberg und stimmte dem erfolgreichen Bürgerantrag des Ortsausschusses Auerberg in allen Punkten zu. Seit dieser Zeit berichteten wir in den vergangenen "Dat Blättche"-Ausgaben über den Fortgang der vom OA intensiv begleiteten Umsetzungsmaßnahmen. Nachfolgend informieren wir über den aktuellen Stand der Projekte: Platz in der "Auerberger Mitte", "Bürgerplatz" (ehemals Kirmeswiese) sowie "Sport- und Begegnungszentrum Bonn-Nord".

1. Auerberger Mitte

Wie bereits berichtet, trug der Ortsausschuss maßgeblich zum Erfolg des im IEK Prozess vorgesehenen Werkstattverfahrens zur Umgestaltung des Platzes in der Auerberger Mitte bei. Auf eigene Kosten hatte der Ortsausschuss 5000 Flyer drucken lassen und verteilt und die Bürgerinnen und Bürger im Februar 2021 um ihre Meinung zur Aufwertung der Auerberger Mitte befragt. Über 140 ausgefüllte Flyer sind beim Quartiersmanagement eingegangen - ein großer Erfolg des Ortsausschusses.

Mit allen eingegangenen Anregungen hat im Juni 2021 das von der Stadt beauftragte Dortmunder Büro Basta einen 18-seitigen Abschlussbericht, in den der Ortsausschuss Einsicht nehmen konnte, erstellt. Interessierte können sich im Internet mit dem Suchbegriff Karte der Wünsche Auerberg sowohl die Karte ansehen als auch die dazugehörende Legende lesen. Auch auf der Internetseite des Ortsausschusses sind beide Dateien unter www.bonn-auerberg.de eingestellt.
Sehr interessant sind in diesem Abschlussbericht die Ideen, die in Kombination miteinander synergetisches Potenzial entwickeln. So kann die Umsetzung des Wunsches nach mehr Begrünung auch den Bedürfnissen nach Umweltschutz und einer Verbesserung des Mikroklimas Rechnung tragen. Oder ein Wasserelement kann ebenfalls positiven Einfluss auf das Mikroklima haben. Und ein Bewegungselement kann neben der möglichen Kombination mit einem Wasserelement auch eine identitätsfördernde Wirkung erzielen.

Auch der Ortsausschuss wird in diesem Bericht mehrfach sehr positiv erwähnt. Zum Beispiel: " Aufgrund des großen Interesses und Engagements des OA Auerberg an der weiteren Entwicklung der Auerberger Mitte fand zu Beginn des Verfahrens, im August 2020, ein Austauschtermin mit der Verwaltung und dem Quartiersmanagement im Rahmen einer außerordentlichen Ortsausschusssitzung im Rathaus Beuel statt. In dieser Sitzung wurde erneut deutlich, dass die Beteiligung möglichst vieler Auerberger und Auerbergerinnen sowie die zügige Durchführung dieses Werkstattverfahrens wichtige Anliegen des Ortsausschusses sind, damit die nächsten Schritte zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Auerberger Mitte zeitnah umgesetzt werden."
Nach Erstellung des Abschlussberichtes geht nun im September 2021 dieses langwierige Werkstattverfahren zur Auerberger Mitte endlich in eine zweite Etappe. Wenn bisher das Amt für Soziales zuständig war, allerdings nur in koordinierender Funktion, wechselte das Projekt zur Umsetzung der bisherigen Vorschläge in das städtische Tiefbauamt. Nach umgehender Kontaktaufnahme des OA mit dem jetzt verantwortlichen Tiefbauamt, das sich verwaltungsintern jedoch noch mit dem Grünamt abstimmen muss, hofft der Ortsausschuss nunmehr auf eine zügige Beauftragung eines Landschaftsarchitekten, der in einem klaren Konzept die Ideen der Auerberger Bürgerinnen und Bürger aufgreifen soll.

Da aufgrund des bisherigen langen Zeitablaufs entsprechende finanzielle Mittel für eine Umgestaltung erst im Haushalt 2023/2024 bereitgestellt werden können, wird sich vor 2025 der Platz an der Auerberger Mitte jedoch noch nicht maßgeblich verändert haben können.
Eines aber ist sicher: Der Ortsausschuss "bleibt am Ball"!

2. Auerberger Bürgerplatz

Im Gegensatz zur Auerberger Mitte kann der Ortsausschuss zum Bürgerplatz schon einen ersten sehr beachtlichen Erfolg vermelden. In enger Absprache mit zwei kooperativen Architektinnen des SGB und einem "zupackenden" Landschaftsplaner des Grünamtes ist die Wiederherstellung der im Volksmund genannten Kirmeswiese hervorragend gelungen. (s. Fotos: Platz Alt und neu).

Wichtige fachkundige Hinweise erhielt der OA dabei vom ehemaligen Tiefbauunternehmer Franz Schoeps. So konnte der Ortsausschuss dem SGB vorschlagen, den Schotter der Baustelle nicht zu entfernen, sondern nach der Einebnung hierauf 10 cm Müller- Kalk zu legen. Der Erfolg ist sichtbar und freut die Boulefreunde, denn selbst nach einem starken Regen fließt das Wasser sehr schnell wieder ab. Zur Wiederherstellung gehört auch, dass auf den seitlichen Flächen inzwischen Grassamen ausgestreut wurde.

Außerdem haben SGB und das Grünamt zugesagt, vor der Mensa der Bernhardschule die schmale Baumreihe neben dem Jugendzentrum bis zur Kopenhagenerstraße fortzusetzen. Im notwendigen Abstand zur Schule werden voraussichtlich sechs Bäume gepflanzt, so dass in etlichen Jahren der Grüncharakter des ehemaligen Platzes hoffentlich wieder richtig zur Blüte kommt.

Trotz einer guten Wiederherstellung sieht der Ortsausschuss hierin aber noch keine Vollendung des Platzes. In Absprache mit dem Sozialamt, dem Grünamt und dem Tiefbauamt sollen zusätzliche Verbesserungen folgen, zum Beispiel durch neue und mehr Bänke. Weitere gute Vorschläge hat der Ortsausschuss dem zuständigen Sozialamt wie auch dem Tiefbauamt bereits unterbreitet.

Sehr hilfreich ist nach der Pensionierung des bisher im Sozialamt zuständigen Mitarbeiters der Vorschlag seiner Nachfolgerin Frau Schiffer. Ihrer Meinung nach könnte sich das für die Umgestaltung der Auerberger Mitte zu beauftragende Architekturbüro auch Gedanken zum Bürgerplatz machen. Einige Ideen für die Auerberger Mitte könnten so auf dem Bürgerplatz verwirklicht werden. Ein weiteres, sehr zeitaufwendiges Werkstattverfahren über die Zukunft des Bürgerplatzes würde damit entfallen, so dass die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und das Nutzungsangebot schneller realisiert werden würde.

3. Sport und Begegnungszentrum

Bei diesem wohl größten und wichtigsten Projekt, dessen Realisierung der Ortsausschuss in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Leiter des Sport- und Bäderamtes der Stadt Bonn intensiv vorantreibt, konnte man jüngst einen gewaltigen Schritt weiterkommen.

Weil der Stadt Bonn gerade für ein Sport und Begegnungszentrum im Bonner Norden entsprechende städtische Vorbilder fehlen, hatte der Ortsausschuss gleich zwei beispielhafte Einrichtungen ausfindig gemacht. Zum einen das Dietrich-Keuning-Haus in Dortmund, das auf Veranlassung des Dortmunder Oberbürgermeisters vor 40 Jahren gebaut wurde. Es ist das größte Sport- und Begegnungszentrum in NRW, kostete 35 Millionen DM und funktioniert auch heute immer noch hervorragend, wie sich der Ortsausschuss nach zweimaligen Besuchen persönlich überzeugen konnte.

Ein ganz neues, gerade erst fertiggestelltes Begegnungszentrum in Regensburg, das zu 85 % den bisherigen Plänen des Bonner Vorhabens entsprechen könnte, hatte ein Mitglied des OA im Internet entdeckt. Dem Hochbauamt in Regensburg ist es in Verbindung mit einem Ratsbeschluss tatsächlich gelungen, ihr Begegnungszentrum innerhalb von vier Jahren zu errichten - für Bonn wohl leider kaum vorstellbar! In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen in Regensburg konnte der Ortsausschuss sogar sämtliche Pläne und Bilder dieses hervorragend gestalteten Begegnungszentrums bekommen. Gemeinsam mit Amtsleiter Günter fuhren zwei Vorstandsmitglieder am 15. Oktober nach Regensburg und besuchten diese vorbildliche Einrichtung.

Über die in Dortmund und Regensburg erworbenen Erkenntnisse und über die Vorstellungen der vom Ortsausschuss entwickelten Pläne zum Bonner Projekt insgesamt wird der Ortsausschuss gemeinsam mit dem städtischen Sport- und Bäderamt am 8. November im Beueler Ratssaal vor den infrage kommenden Vereinen und der zuständigen Beigeordneten der Stadt, Frau Dr. Schneider-Bönninger, berichten.

Nach wie vor gilt: Das "Sport und Begegnungszentrum Bonn Nord" wird frühestens in 8 bis 10 Jahren errichtet sein können. Vorausgesetzt, die entsprechenden Schritte werden plangemäß und zügig in Angriff genommen.

Michael Schwaegermann, Martin Riedel (OA Auerberg)

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Graffiti-AG – Eine Schülerin berichtet

In vielen Städten gibt es Stromkästen, die durch das illegale Auftragen von Graffiti-Schriftzügen (sogenannte Tags) verunstaltet werden. Derartiges ist auch in Bonn-Auerberg zu finden, weswegen der Ortsauschuss  Auerberg in  seiner Stadtteil-Information "Dat Blättche" eine Ausschreibung zur Verschönerung dieser Stromkästen veröffentlicht hat.

Als unsere Kunstlehrerin, Frau Steinschulte, uns auf diese Annonce aufmerksam machte und uns vorschlug, uns für dieses Projekt zu bewerben und im Rahmen einer Graffiti-AG mit ihrer Hilfe unsere eigenen Graffiti-Motive zu entwickeln und zu sprayen, waren wir begeistert und gründeten die Graffiti-AG, welche immer montags in der 7. und 8. Stunde in der Schule stattfand.

Nachdem wir bereits im Kunstunterricht das Thema Graffiti behandelt und erste Erfahrungen mit Kreidegraffiti für die Verabschiedung des Schulseelsorgers gesammelt hatten, fingen wir damit an, Ideen für unsere Gestaltung der Stromkästen zu sammeln. Dazu haben wir Versuchsskizzen angefertigt und diese auf Vordrucke der Stromkästen übertragen, um uns vorzustellen, wie sie auf diesen aussehen würden. In Absprache mit dem Ortsausschuss haben wir uns dann für einige Motive entschieden, für die wir im Anschluss in Gruppen die Schablonen erstellt haben. Das war allerdings schwieriger, als wir es uns vorgestellt hatten, denn jedes Motiv brauchte mehrere Schablonen, je nachdem wieviele Farben für das Objekt benötigt wurden. Als diese fertig waren, haben wir uns an einem Samstag bei den uns zugeordneten Stromkästen in Auerberg, getroffen und diese erstmal weiß angestrichen, damit wir einen einheitlichen Grundton hatten. Direkt am darauffolgenden Samstag haben wir uns dort erneut getroffen, um endlich unsere Motive auf die Stromkästen zu sprayen. Dazu hatte Frau Steinschulte für Getränke und Pizza gesorgt und einerseits herrschte an diesem Tag Freude, da wir endlich unsere eigenen Graffiti-Motive sprayen konnten, aber andererseits kam auch ein wenig Trauer oder eher Bedrücktheit auf, da dies der letzte Akt der Graffiti-AG gewesen war.

Als wir fertig waren, haben wir gemeinsam vor den Graffiti-Kästen Fotos gemacht. Unserer Meinung nach war die Graffiti-AG eine sehr gute Sache, da wir durch die Gestaltung der Stromkästen zur Verschönerung der Umgebung beitragen konnten und sogar von den Anwohnern und auch von der Stadt Bonn viel Lob bekommen haben.

Sarah Driller, Q1, Schülerin des Ursulinengymnasiums Hersel

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Juliet B. Nalugemwa – Eine auszubildende Pflegekraft im Seniorenheim Josefshöhe

"Die Zusammenarbeit im Team ist super und die Examinierten unterstützen die Auszubildenden sehr gut", betont die 25-jährige Juliet Bwanika Nalugemwa, die im Frühjahr im Seniorenheim Josefshöhe ihre Ausbildung als Pflegefachkraft begonnen hat. Anfang 2020 kam Frau Nalugemwa im Rahmen eines deutsch-ugandischen Austauschprogramms nach Deutschland, um zunächst an einer Kölner Grundschule ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wird sie in ihre Heimat zurückkehren. Gute Pflegekräfte werden auch dort gebraucht.

Das Seniorenheim Josefshöhe bildet zurzeit acht Personen in der neuen generalistischen Pflegeausbildung aus. Dazu Einrichtungsleiter Jürgen Zens: "Für unser Seniorenheim ist es sehr wichtig auszubilden. Wir sind stolz darauf, unser Wissen weitergeben zu können und wirken so dem Fachkräftemangel entgegen."

Joachim Rott

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Bundesfreiwilligendienst im Seniorenheim Josefshöhe – Ein Erfahrungsbericht

Judith Krämer absolviert ein Bundesfreiwilligenjahr bei der Adolphi-Stiftung

*auch noch mit 60 Jahren*

Mein Name ist Judith Krämer, ich bin 60 Jahre jung/alt. Im Sommer 2021 konnte ich nach  43 Jahre bei der Deutschen Post in den vorzeitigen engagierten Ruhestand gehen und unterstütze seitdem den Sozial Dienst der Adolphi-Stiftung,  im Seniorenheim Josefshöhe in Bonn.

Aber was bedeutet engagierter Ruhestand und was hat das mit meiner Aufgabe im Seniorenheim zu tun? Bei den privaten Unternehmen der Deutschen Post, der Telekom und der Postbank arbeiten immer noch viele Beamte. Diese Beamten haben vom  Staat, als auch von den Unternehmen die Möglichkeit, ab dem 55. Lebensjahr in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Dieser  Vorruhestand bedeutet, dass man sich in einem sozialen Bereiche, für eine gewisse Zeit, engagieren soll.

Es besteht die Möglichkeit ein Bundesfreiwilligenjahr oder 1.000 Sozialstunden bei  einer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Einrichtung innerhalb von 3 Jahren  zu absolvieren. Auch die häusliche Pflege für pflegebedürftige Angehörige ist möglich. Die Vielfalt den sozialen Bereich in Deutschland zu unterstützen ist riesengroß und  so findet jeder für sich ganz bestimmt den richtigen Platz für sein Sozialengagement.

Für mich stand schnell fest, dass ich ein Bundesfreiwilligenjahr im Sozialen Dienst im Seniorenheim absolvieren möchte. Über die Diakonie informierte ich mich und wurde bei meiner Suche nach einem Seniorenheim in meiner Wohnortnähe sehr gut unterstützt. Schnell war mir klar, dass die  Adolphistiftung in Essen, mit dem Seniorenheim Josefshöhe in Bonn, das richtig für mich ist.

Schon immer habe ich mich für ältere Menschen eingesetzt und interessiert. Gerade diese Generation hat unendlich viel für uns und unsere Gesellschaft geleistet und bewegt. Ich mag die interessanten  und  spannenden  Lebensgeschichten von früher und heute. Es macht mir Freude mich mit den Senioren zu beschäftigen, ob bei Gesellschaftsspielen, beim Spaziergang, beim Erzählen oder … . Aber vor allem mag ich ihr Lachen, denn ihr Lachen zaubert auch mir ein Lächeln ins Gesicht.

Ich freue mich sehr auf eine spannende, fröhliche und interessante Zeit. *Danke* dem gesamten Team und den Bewohnern für das herzliche Willkommen, das ich erleben durfte. Und *Danke*, dass ich diese Erfahrung in meinem Leben machen kann. 

Judith Krämer, soziale Betreuung Seniorenheim Josefshöhe

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Brass am Vormittag – Neustarten – Durchstarten

Mit dem Frühjahr kamen gute Nachrichten: "Neustart Amateurmusik" heißt das Förderprogramm von Bundesinstitutionen und Musikverbänden innerhalb von "Neustart Kultur". Amateurmusik und Neustart – diese zwei Begriffe passen genau zur Neuorientierung, die der Lukas-Posaunenchor nach der Coronakrise brauchte. Sofort ließen wir die Köpfe rauchen, formulierten Projektideen, schrieben Anträge ... – und erhielten den Zuschlag: Von weit über 1000 Antragstellern wurden wir als eine von 154 Musikgruppen bundesweit ausgewählt!

Unter professioneller Leitung gingen wir im Juni für unsere Zukunftswerkstart in Klausur: Standortbestimmung, Problemanalyse, Perspektiven, Projekte und ihre Umsetzung thematisierten wir in der Gruppe. Alle brachten sich sehr engagiert ein, erarbeiteten einen Zeitplan und übernahmen neue Aufgaben. In den kommenden Monaten wurden viele Ideen umgesetzt: organisatorisch z.B. in Form von Gesprächen mit Gremiumsvertretern und Terminen bis weit ins nächste Jahr hinein, musikalisch z.B. bei einem Probenwochenende, das auch der internen Positionierung diente.

Ein Problem erschwert uns jedoch das Durchstarten: die Nachwuchsfrage, wobei "Nachwuchs" bei uns in jedem Alter willkommen ist! Auf Grund der Coronaschließung musste der Vorchor eingestellt werden, Interessierte konnten uns nicht kennenlernen ... Bei der Zukunftswerkstatt formte sich die Projektidee für "Brass am Vormittag", ein halbjähriger Einsteigerkurs für alle, die musikalisch etwas für Körper und Geist tun möchten. Und wieder hatten wir Erfolg: "Neustart Amateurmusik" beantwortete unseren Projekt-Folgeantrag erneut positiv. Mit dieser Bundesförderung als Rückenwind erarbeiteten wir ein interessantes Programm, fanden Kooperationspartner und wissenschaftliche Begleitung. So können von Januar bis Juni wöchentlich alle Interessierten nicht nur erste Schritte auf einem Blechblasinstrument unternehmen. Ganzheitliche Ansätze und medizinische Aspekte gehören ebenso zum Projekt, wie Exkursionen in die Welt der Blechblasinstrumente und Kontakt zu Ensemblemusikern. Das soziale Miteinander im persönlichen Austausch und dem gemeinsamen Musizieren in der Gruppe hilft dem persönlichen Neustart der Teilnehmenden.

Dank "Neustart Amateurmusik" startet der Lukas-Posaunenchor mit viel positivem Rückenwind durch, in ein neues Jahr mit viel Spaß, mit viel persönlichem Engagement und vor allem mit viel guter Musik.

"Brass am Vormittag": Januar bis Juni 2022, immer dienstags 10:00-12:00 Uhr

Start 23.11.2021, 10:00 Uhr: Vorstellung, Ausprobieren und Beratung von Blechblasinstrumenten

Informationen: Erhard Schwartz, E-Mail: posaunenchor-lukas[at]t-online.de

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